23. September 2009
Vorbericht der 1. Herrenmannschaft gegen die TG Landshut
Vorhang auf und Bühne frei für die Landesliga-Saison 2009/2010. Mittendrin in der zweithöchsten Handball-Spielklasse des Freistaats sind auch die Protagonisten der HG Amberg, die nach 14 Jahren Abstinenz ihr Comeback in dieser Liga geben. Damit die lang ersehnte Rückkehr nicht gleich wieder zur Abschiedstournee wird, müssen angesichts von wahrscheinlich fünf Absteigern im 14er-Feld viele Zähler her. Gute Kritiken allein nützen also wenig, gelungene Vorstellungen werden beim Kassensturz ausschließlich an einem ausreichend gefüllten Punktekonto gemessen. Am liebsten würde die HG mit der Eichhörnchentaktik gleich im Auftaktmatch am Samstag bei der TG Landshut beginnen – und gegen den Mitaufsteiger aus Niederbayern sind die Oberpfälzer sicher auch nicht chancenlos.
Die Vorbereitung für die Saison lief alles andere als wunschgemäß für das Trainergespann Matthias Steinert/Robert Torunsky. Nicht ein einziges Mal konnten die Coaches in den zahlreichen Testspielen ihren kompletten Kader aufbieten und mussten gerade durch die Verletzungen der beiden Spielmacher Jörg Schloder und Basti Schindler sehr viel improvisieren. In den letzten beiden Wochen hat sich die neu formierte Mannschaft aber gefunden und ist noch näher zusammengerückt. Der hervorragende Teamgeist ist ohnehin das große Plus der Truppe: Gerade bei den Neuzugängen wurde großer Wert darauf gelegt, dass sich mit dem Verein identifizieren und auch charakterlich in das Mannschaftsgefüge passen. Auf Verstärkungen aus Tschechien wurde bewusst verzichtet, auch wenn sicherlich interessante Akteure bei den Verantwortlichen vorstellig geworden sind: Dies hätte einfach nicht zu der Philosophie eines der größten Jugendausbildungsvereine Bayerns gepasst.
Der Identifikationsfaktor der Mannschaft bei den treuen Zuschauern ist enorm hoch und deren Unterstützung brauchen die Vilsstädter für die schwierige Mission „Klassenerhalt“ auch wie nie zuvor. In Landshut wird eine Busladung Schlachtenbummler das Team anfeuern und hoffentlich den ersten Erfolg in der neuen Liga miterleben.
Die dort ansässige Turngemeinde möchte natürlich ebenfalls mit einem Sieg in die Saison starten. Über die Hausherren ist nur wenig bekannt: Kopf des Teams ist Spielertrainer Markus Böhner, ein glänzender Handballer mit viel höherklassiger Erfahrung. Nach eigenen Angaben spielte Landshut „eine Vorbereitung mit Licht und Schatten“ und der Coach sieht die Qualität im Kader „als noch nicht breit genug an“. Abhilfe soll Linkshänder Fabian Grolms verschaffen, den es beruflich aus dem Norden nach Niederbayern verschlagen hat. Auch die anderen Neuzugänge haben Böhner überzeugt und somit geht die Favoritenrolle in dieser Partie an die Heimmannschaft.
Aber bekanntlich hat ja das erste Saisonspiel so seine eigenen Gesetze und für den Ligaverbleib muss ohnehin auch auswärts gepunktet werden. Der 19-Mann-Kader der HG gewährleistet, dass das Team auch Ausfälle in der bis Mai dauernden und mit 26 Begegnungen ausgestatteten Spielzeit kompensieren kann. Der Außenseiter will mutig seine Chance suchen und mit einer gesunden Mischung aus Aufstiegseuphorie, Spielfreude, Einsatzwillen und mannschaftlicher Geschlossenheit für das erste Ausrufezeichen sorgen. Basis ist eine konsequente Abwehrarbeit, die einige Schnellangriffe ermöglichen und damit die Effektivität in der Offensive weiter erhöhen soll. Fehlen wird bei dieser Aufgabe Kreisläufer Daniel Niebler (Urlaub). Ob die Rekonvaleszenten eingesetzt werden können, entscheidet sich erst im Abschlusstraining am Freitag. Spielbeginn ist die in Amberg bestens bekannte Anwurfzeit um 19.30 Uhr im Landshuter Sportzentrum West an der Sandnerstraße.
HG Amberg:
Tor: Prasse, Müller, Vieracker
Feld: Hirsch, Basti Schindler, Schober, Ringeisen, Benni Schindler, Böduel, Braun, Schobert, Donhauser, Frankerl, Schloder, Pömsl und Andersch
