von Greenkeeper » 18.10.2010, 14:13
Nicht mehr als ein Pflichtsieg war diese Handball-Bezirksoberligapartie für die erste Herrenmannschaft der HSG Fichtelgebirge gegen HaSpo Bayreuth, obwohl beim Gastgeber nicht zu übersehen war, dass derzeit Sand im Getriebe steckt.
Der Stachel der Niederlage von Selb saß tief bei der HSG Fichtelgebirge, die sich diesen Frust gegen ersatzgeschwächte Bayreuther, fünf der Stammmannschaft fehlten, von der Seele spielen wollte. Dieses Vorhaben wurde getrübt vom Ausfall von Nikolai Schöffel, dessen alte Wurfarmverletzung in der Partie in Selb wieder aufbrach, jetzt operativ behandelt werden muss und eine Spielpause von mehreren Wochen nach sich ziehen wird. Eine Hiobsbotschaft, die für Coach Markus Depolt erneut eine Umstellung und Verjüngung innerhalb des Teams und einen weiteren Ausfall eines Stammspielers bedeutet.
HSG Fichtelgebirge: R. Rieß, Chr. Gruber – Fischer (4/1), Burger (4), Bralic, Flasche (5/2), J. Rieß, M. Tröger (2), Vogel, Max Berger, T. Werthes (2), Hartmann (7/1), Lagershausen (2), Birner (2), Wippenbeck (2)
HaSpo Bayreuth: Meyer, Lenhard – Gillerke (3), Aubel , Gräßel (5), Sperner (7), Sitzmann, Urban, Hartmann (3/3), Frühbauer (3), Wienecke (2), Krupp
Zuschauer: 150
Schiedsrichter: Groß/Osburg (TV Münchberg)
Strafzeiten: HSG 4, HaSpo 5
Diese erneute personelle Veränderung wurde auch im gesamten Spielablauf gegen Bayreuth deutlich, in dem die HSG Licht und Schatten zeigte. Der Wille, eine bessere Leistung abzurufen, war nicht zu übersehen und doch tat man sich schwer gegen eine Bayreuther Mannschaft, deren Mittel begrenzt waren. Nach zehn Minuten, beim Stande von 7:2 für die HSG, schien der Knoten beim Gastgeber, mit ihrem Spielmacher Dominik Hartmann und fünffachen Torschützen Stefan Flasche geplatzt zu sein. Aber anstatt die Führung weiter auszubauen, schlichen sich wieder unnötige Abspielfehler ein, die den Gästen stets Tormöglichkeiten eröffneten, die vom Keeper René Rieß wiederholt entschärft wurden. Bei ihm konnten sich seine Vorderleute bedanken, dass zur Pause eine 17:12-Führung Bestand hatte.
Nach dem Seitenwechsel verkürzte Bayreuth auf 14:17. Zu diesem Zeitpunkt verletzte sich Florian Vogel während eines Konters und schied aus. Wenig später humpelte auch Markus Tröger zur Auswechselbank. Somit kam keine Ruhe ins Spiel der HSG, die im zweiten Abschnitt etwas mehr Biss in der Abwehr zeigte und vor allem mit ihrem Besten im Team, René Rieß, einen sicheren Rückhalt zwischen den Pfosten hatte. Dies führte dazu, dass die HSG mit schnellen Gegenstößen zum Torerfolg kommen und Bayreuth stets auf Abstand halten konnte. Dass es derzeit bei der HSG nicht rund läuft und der Druck auf Spielmacher Dominik Hartmann, der mit sieben Toren bester Schütze war, zur Zeit sehr groß ist, war nicht zu übersehen. Dies spiegelte sich auch in einem 6:4-Überzahlspiel zwischen der 46. und 48. Minute. Anstatt die Außen in gute Wurfposition zu bringen versuchte man es mit der Brechstange aus dem Rückraum. Trotzdem gelangen der HSG in dieser Phase zwei Tore zur 26:19-Führung. Als Frank Fischer mit drei blitzsauberen Treffern in Folge zum 29:21 erhöhte, hatte man den Sack endgültig zugemacht.
Dem HSG Coach Markus Depolt steht in den nächsten Wochen viel Arbeit ins Haus, um das Selbstvertrauen seines jungen und talentierten Teams zu stärken.