Kleinmann vertraut Ober
HSG-Trainer im Interview: Schweres Auftaktprogramm als Standortbestimmung
Von Ralf Ohm
Gensungen. Der Countdown läuft. In drei Tagen startet die HSG Gensungen/Felsberg in die neue Saison der Handball-Regionalliga. Nicht euphorisch, aber zuversichtlich, wie Trainer Detlef Kleinmann im Interview zu entlocken war.
Detlef Kleinmann, wie ist die Vorbereitung auf die am Samstag beginnende Regionalliga-Saison gelaufen?
Detlef Kleinmann: Durchaus positiv. Obwohl wir unter Zeitdruck standen, haben Dragos Negovan und ich als neues Trainerduo den Einstieg ohne Probleme geschafft. Wir haben eine gemeinsame Handball-Philosophie, die dann auch von der Mannschaft angenommen wurde. Die hat sehr motiviert trainiert und zeigte in den Testspielen schon den nötigen Biss.
Ist der schmerzliche Abstieg aus der 2. Liga völlig raus aus den Köpfen der Spieler?
Kleinmann: Die Köpfe müssen einfach frei sein, denn die Regionalliga ist eine neue, höchst interessante Herausforderung für uns, die wir mit vollem Engagement angehen müssen, um darin zu bestehen. Das gilt insbesondere für die erfahrenen Spieler.
Trotz des Abstiegs ist die Stammformation fast komplett zusammen geblieben. Dazu kommen eine Reihe junger Spieler. Was versprechen Sie sich von dieser Mischung?
Kleinmann: Erstmal ist es gut, dass wir auf eine erfahrene Stammformation zurückgreifen können. Die soll und muss aber von unseren Talenten unterstützt und entlastet werden, so dass wir schließlich jede Position doppelt besetzt haben und, wenn es gut läuft, über 60 Minuten volles Tempo gehen können.
Heißt doppelt besetzt auch gleichwertig besetzt?
Kleinmann: Trainer und Spieler müssen daran arbeiten, diesen Zustand von doppelt gleich gleichwertig zu erreichen. Unsere jungen Spieler haben sich gut eingefügt, aber um mit den ersten Sechs konkurrieren zu können, brauchen sie noch Zeit.
Im rechten Rückraum steht Ihnen mit Steffen Ober nur ein Linkshänder zur Verfügung, der zudem in der letzten Saison nur selten überzeugen konnte und häufig angeschlagen war. Eine Risiko-Position?
Kleinmann: Nein, Steffen Ober ist unserer etatmäßiger Mann im rechten Rückraum. Er hat in der Vorbereitung durchaus überzeugt und ist wie alle anderen verletzungsfrei geblieben. Ich hoffe, dass er in dieser Saison den Durchbruch schafft. Alternativen sind Rechtsaußen Jan-Hendrik Walther und Carsten Göbel, Mario Schanze und Michael Horn als Rechtshänder.
Sie haben nach dem Abstieg zusammen mit Dragos Negovan ein keineswegs leichtes Trainererbe übernommen. Wo liegen ihre spieltaktischen Schwerpunkte?
Kleinmann: Wir favorisieren beide den Tempohandball mit einer aggressiven 3:2:1-Deckung, um daraus eine schnelle erste und zweite Welle zu spielen. Dabei sind Laufwege sowie das Timing mit und ohne Ball weitgehend festgelegt. Wichtig ist, dass wir das mit der nötigen Konsequenz durchziehen.
Wer ist ihr Favorit auf den Aufstieg?
Kleinmann: Die SVH Kassel, wenn er sein großes Potential abrufen kann.
Sie haben die SVH Kassel in der Vorbereitung bei einem Turnier in Baunatal geschlagen.
Kleinmann: Stimmt, aber da hat die SVH ohne seine drei etatmäßigen Linkshänder Kurtagic, Tataraga und Aschenbroich gespielt.
Und was ist somit Ihr eigenes Saisonziel?
Kleinmann: Wir wollen unter die ersten Fünf kommen.
Wie bewerten Sie das Auftaktprogramm der HSG am Samstag gegen Hochdorf, dann in Gelnhausen, gegen Budenheim, in Pohlheim und bereits am fünften Spieltag gegen den SVH Kassel?
Kleinmann: Durchaus schwierig, aber nach diesen fünf Spielen wissen wir, wo wir stehen. So früh gegen mögliche Aufstiegskandidaten zu spielen, ist sicherlich kein Nachteil. Foto: Hahn
Quelle: www.hna.de
