Dem Trainer schwoll die Zornesader
Beim 36:35 gegen Münchberg fehlten den Stadelner Handballern defensive Qualitäten
FÜRTH (mr) - Hauptsache gewonnen. Im Auftaktspiel der Landesliga-Handballer des MTV Stadeln gegen den TV Münchberg stimmte vor allem in der Defensive noch lange nicht alles. Dennoch gab es am Ende einen 36:35 (19:18 )-Sieg.
In Stadeln sprachen die Münchberger tschechisch. Vier Spieler der ersten Sechs der Gäste kommen aus der Tschechischen Republik und verständigten sich konsequenterweise auch in ihrer Muttersprache. Dazu kam, dass über jenes Quartett, das die Positionen von Linksaußen bis Rückraum rechts besetzte und über weite Strecken durchspielte, auch so gut wie alles lief. 31 der 35 Münchberger Tore entfielen auf die vier Akteure, unter denen mit Jan, Jakob und Martin Lad drei Brüder waren.
Offensivwirbel der Gäste
Doch auch wenn die Gäste offensiv wirbelten, war MTV-Trainer Klaus Jahn während der 60 Minuten ob der Defensivleistung von so manchem seiner Akteure stellenweise außer sich vor Zorn und versuchte, lautstark auf seine Spieler einzuwirken. Er nahm sogar das Team-Time-Out in der zweiten Hälfte zu einem eigentlich nicht vorgesehenen, recht frühen Zeitpunkt.
«Da musste ich eingreifen, denn der eine oder andere hatte meine Warnungen anscheinend nicht ganz ernst genommen», zürnte er hinterher aufgrund der Tatsache, dass er das Defensivverhalten im Vorfeld der Partie als ganz zentral wichtig bezeichnet hatte. «So eine Leistung in der Abwehr darf und wird nicht mehr vorkommen.»
Völlig zufrieden war der Coach lediglich mit dem Ergebnis und den daraus resultierenden zwei Punkten, eingeschränkt zufrieden war er mit der Leistung in der Offensive. Dort nämlich gelangen dem MTV genügend Treffer, um die Unzulänglichkeiten in der Abwehr auszugleichen, wo sich den gegnerischen Angreifern immer wieder Lücken boten.
Ein Münchberger Treffer aus dem Rückraum, fünf Siebenmeter – und sonst nur Abschlüsse vom Kreis nach Durchbrüchen. Diese Bilanz liest sich bitter für die MTVler. «Sicherlich war auch Nervosität im Spiel, aber als Trainer kann ich das nicht akzeptieren», sagte Jahn.
Die Kondition entschied
Und als die Gäste um die 40. Minute nach doppelter Unterzahl der Stadelner sogar mit drei Toren (23:26) in Führung gegangen waren, schien die Partie sogar noch verloren zu gehen, auch weil sich offensiv Abspielfehler häuften. Doch mit der Zeit wurde klar, dass die Gastgeber über die einen Tick ausgeprägtere Kondition verfügten und noch etwas zuzusetzen hatten. Sie drehten das Spiel, zogen auf 33:30 davon, ließen die Gäste dann aber nochmals herankommen. Erst beim 36:34 kurz vor Schluss war die Sache erledigt.
MTV Stadeln: Bär, Kleinlein – Heidingsfelder 1, Funke 5, H. John 7/1, Gröger 3, Scheuerer, S. Pallak 5, Klein 6, Kramer 1, Rusch, Seifert 8, Forster.
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