Ein total verrücktes Nachbarderby
Handballer vom ETSV 09 vergeigen gegen Rottenburg 19:10-Pausenführung und verlieren mit 25:30
Ein denkwürdiges Nachbarderby sahen am Sonntagabend rund 100 Zuschauer in der Carossa-Halle zwischen den Handballern des ETSV 09 Landshut und des TSV Rottenburg: Zur Pause (19:10) schien nur noch die Höhe des Landshuter Sieges in Frage zu stehen, doch im zweiten Abschnitt brachen die Gastgeber völlig ein und ermöglichten den Rottenburgern mit 25:30 den ersten Saisonsieg. Durch den machten die Laabertaler im Klassement der Bezirksliga Ost einen Satz vom letzten auf den achten Tabellenplatz, während für die Nullneuner (6./vier Punkte) der Abstiegskampf wieder voll entbrannt ist.
ETSV-Trainer Udo Wollny war nach der vogelwilden zweiten Hälfte seiner Schützlinge fassungslos: "So etwas habe ich in meiner langen Handballkarriere noch nie erlebt. Bei uns wollte nach der klaren Führung jeder für sich und sein persönliches Torekonto spielen und wir sind als Mannschaft auseinandergebrochen." Anders als die nie aufsteckenden Rottenburger, deren Trainer Thomas Biberger sich in seinem "Jugendstil" bestätigt sah: "Ich habe immer an mein Team geglaubt und heute ist der Kampfgeist der Jungs endlich mal belohnt worden." Dabei wurde der TSV zu Beginn, wie schon in Metten, förmlich überrollt: Die robuste Abwehr der Hausherren ließ nichts zu und vorne düpierten in erster Linie Tom Deininger und Simon Anpilogov die löchrige TSV-Deckung. Über 6:0 (zehnte Minute) und 10:3 (16.) nahmen die "Eisenbahner" mächtig Fahrt auf und schienen zur Pause (19:10) schnurstracks auf dem Siegergleis zu dampfen.
Doch nach dem Wechsel fühlten sich die Hausherren angesichts ihres klaren Vorsprungs wohl allzu sicher. Den Rottenburgern gelangen gleich einige schnelle Tore, die Manndeckung gegen Gäste-Torjäger Lukas Schmargendorf (insgesamt 14 Treffer) verpuffte wirkunsglos und je näher die Laabertaler herankamen, desto unsicherer wurden die Nullneuner. In der 46. Minute war es dann so weit und Sigi Orend glich zum 21:21 aus. Schmargendorf sattelte postwendend die erste Rottenburger Führung drauf (21:22). Zwar gelang der Wollny-Truppe noch zweimal der Gleichstand (22:22, 23:23), aber beim 23:26 (57.) hatten die Gäste den kaum mehr erhofften Sieg in der Tasche, zumal beim Aufsteiger in der Schlussphase Andi Herzig und Sebastian Fuchs, mit ihrer jeweils dritten Zweiminutenstrafe, vorzeitig zum Duschen mussten. -fe-
Für den TSV spielten (Tore/davon Siebenmeter):
Matthias Buss und Andi Betke im Tor; Lukas Schmargendorf (14), Felix Skopan (6/3), Michael Faust (4), Sieghard Orend (3), André Ringenberg (2), Stefan Fischhaber (1), Gernot Nagy, Benjamin Fakundiny und Marc Bruckmeier.
Siebenmeter: 3/5 - 3/4; 2-Minuten-Strafen: 8 - 4; Disqualifikationen: 2 - 0
Quelle:
www.tsv-rol-handball.de