Wahnsinniges Tempo
Handball-Regionalligist Gensungen/Felsberg gewinnt ungefährdet gegen Hochdorf
Von Björn Mahr
GENSUNGEN. Das Kompliment kam aus berufenem Munde. "Ich bin seit acht Jahren in dieser Klasse tätig", sagte TVH-Trainer Eyub Erden, "aber das Tempo der Gensunger ist Wahnsinn. Für mich ist die HSG jetzt der Titelanwärter Nummer eins." Tatsächlich setzte der Ex-Zweitligist HSG Gensungen/Felsberg mit einem 36:31 (17:12)-Heimerfolg gegen den TV Hochdorf ein erstes Ausrufezeichen in der Handball-Regionalliga.
Schon daran zu erkennen, dass die ersten sechs Minuten der Partie praktisch ohne Teilnahme der Gäste stattfand. Nach dem 1:0 durch Steffen Ober nach 32 Sekunden sorgten Michael Viehmann (2), Carsten Göbel und Jan-Hendrik Walther für eine schnelle 5:0-Führung. Nicht nur zur Freude von Spielertrainer Dragos Negovan, der an der Außenlinie die Fäuste ballte, sondern auch der eigenen Anhänger, die aus dem Klatschen kaum herauskamen.
"Dann haben wir wohl gedacht, dass es immer so weiter geht", erklärte Viehmann. Zwar lief es bei HSG-Torwart Michael Stahl auch weiterhin prima, seine Vorderleute brachten sich durch einige technische Fehler aber aus dem Rhythmus. So schmolz der Vorsprung der Edertaler bis auf zwei Treffer (11:9). Allerdings gaben sie das Heft nie aus der Hand - auch nicht, als Walther zwei Zeitstrafen absitzen musste. Vielmehr glückte den Hausherren ein Traumtor, als Viehmann ein spektakuläres Anspiel von Stephan Untermann verwertete (14:9). Und als auch noch Ober die gegnerischen Tormaschen auf ihre Qualität prüfte (17:10), deutete sich eine frühe Entscheidung ein. Doch dann vergab Benedikt Hütt gegen Schlussmann Joachim Thiel, Bruder des "Hexers" Andreas Thiel, eine tolle Konterchance und musste mitansehen, wie der TVH drei Sekunden vor der Pausensirene auf 12:17 verkürzte.
Hochdorf versuchte es nach dem Wechsel mit einer doppelten Manndeckung gegen Frank Eidam und Göbel. Darauf hatte das Trainerduo Detlef Kleinmann/Negovan aber das Team im Vorfeld gut eingestellt, so dass jetzt Untermann seine individuelle Klasse ausspielte. "Es war wichtig, dass wir viel von dem abgerufen haben, was wir uns erarbeitet haben", meinte Kleinmann. Mehr als bis auf drei Treffer ließ die HSG den Gegner nicht mehr herankommen. Nachdem bei den Gästen die Ex-Zweitligaspieler Thorsten Laubscher (50.) und Jens Zwißler (54., beide wegen Fouls) jeweils eine umstrittene Rote Karte gesehen hatten, war der Gast nur noch um ein erträgliches Ergebnis bemüht. HSG: Stahl, Meyfarth (ab 52.) - Eidam 3, Ober 4, Hütt, Untermann 10/5, Bärthel, Negovan, Schanze, Viehmann 8, Horn, Gherhard, Göbel 5, Walther 6. TVH: Johann, Thiel (22. - 50.) - Laubscher 1, Garbatz 7, Job 4, Zwißler 6/3, Pernov 1, Winterhalder 2, Ritter 2, Steinscherer 1, Sato 2, Zimmermann 1, Morio 4. SR: Gerhard/Küsters (Ingelheim/Wiesbaden). - Z: 550.
Quelle:
www.HNA.de