Wie immer in solchen Situationen kommen jetzt die Durchhalteparolen....
Wie ein Schlag auf den Hinterkopf
Michael Kopeinigg, Geschäftsführer der MEG Handball Spielbetriebs und Marketing GmbH sowie sportlicher Leiter des Regionalligisten SVH, hat für die Gesellschaft Insolvenzantrag gestellt. Wird dem statt gegeben, bekommen die Spieler, die Verträge mit der GmbH haben, für drei Monate Insolvenzgeld. Unabhängig davon ist Kopeinigg aktiv auf der Suche nach neuen Sponsoren.
Das macht auch sein Stellvertreter Joachim Botte. Der Kasseler hat mit der Mannschaft gesprochen und geht davon aus, das der Spielbetrieb vorerst weitergeht: "Wir wollen die laufende Saison mit Stil über die Bühne ziehen."
Marco Stange war wie alle anderen geschockt von der Insolvenznachricht. "Als Profi gehört so etwas aber zum Berufsrisiko", sagt das Nordlicht. Stange wird auf jeden Fall am Samstag in Kirchzell im Tor stehen. "Wir müssen abwarten, wohin der Weg führt, aber erst einmal wird gespielt", sagt der Keeper. "Immerhin besteht ja eine kleine Option, dass es vielleicht weitergeht." Stange hofft, dass die neue Situation eher zu einer Jetzt-erst-recht-Reaktion im Spiel in Kirchzell führt.
Matthias Aschenbroich, für den die Nachricht von der Insolvenz wie ein Schlag auf den Hinterkopf war, steht der Mannschaft ebenfalls zur Verfügung. "Ich bin körperlich wieder fit und werde dabei sein. Ich will dem Verein von dem, was ich bekommen habe, etwas zurückgeben", so der Rückraumspieler.
"Wenn man ins Spiel geht, denkt man nicht an solche Dinge", glaubt Kapitän Alexander Koke nicht an eine große psychische Beeinflussung während der Partie. "Da will man sich mit dem Gegner messen und besser sein." (fri)
Quelle:
http://www.hna.de/regiosportstart/00_20 ... rkopf.html"Ich haue nicht einfach ab"
Trainer Adalsteinn Eyjolfsson wird mit der SVH Kassel in Kirchzell spielen
Von Peter Fritschler
KASSEL. Unter keinen guten Voraussetzungen fährt Handball-Regionalligist SVH Kassel am Samstag um 19.30 Uhr zum Spitzenspiel zum TV Kirchzell. Die Meldung von der Insolvenz der MEG AG und der MEG Handball Spielbetriebs und Marketing GmbH hat eingeschlagen wie eine Bombe.
"Alle waren geschockt" sagt Trainer Adalsteinn Eyjolfsson. "Wir müssen jetzt sehen, wie es weitergeht. Auf jeden Fall werden wir aber am Samstag spielen." Der Coach sagt aber auch: "Wir müssen sehen, was wir machen können, welche Rettungsmöglichkeiten der Verein hat. Möglicherweise muss ich auch meine Tasche packen. Aber jetzt gleich abhauen, das tue ich nicht"
Die Insolvenz trifft die Spieler, die ihren Lebensunterhalt mit und vom Handball bestreiten, und den Trainer besonders hart. Sollte dem Insolvenzantrag stattgegeben werden, bekommen die Spieler und der Trainer aus der Insolvenzmasse ihr Geld. Was danach wird, ist unklar (siehe auch untenstehender Artikel und vorhergehende Seite).
Doch vorerst ist vom Abschied noch nicht die Rede. "Wir wollen, soweit das in unseren Kräften steht, den Verein unterstützen. Ich gehe davon aus, dass alle Spieler, die gesund sind, am Samstag auch auflaufen. Dies haben im Training alle zugesagt."
Eyjolfsson verhehlt nicht, dass die aktuelle Situation für zusätzliche Belastung im Spiel sorgt. Fügt aber hinzu: "Man kann mit einem Sieg in Kirchzell auch Frust abbauen." Der Trainer weiß, dass Kirchzell ein schwer zu spielendes Team ist. Nicht umsonst stünde der TV auf Rang drei.
"Kirchzell versucht, ständig Tempo zu machen und zu einfachen Toren zu kommen", sagt Eyjolfsson. "Das müssen wir unterbinden. Wir dürfen uns im Angriff keine Fehler erlauben und müssen im Rückzug schnell sein."
Der SVH-Trainer kann im Spiel in Kirchzell wieder auf Matthias Aschenbroich zurückgreifen, wird aber weiterhin auf Nico Greiner verzichten (Nervenreizung am Hals) müssen.
Alexander Koke hatte im Lauf der Woche Probleme mit der Patellasehne, ist aber im Spitzenspiel auf jeden Fall dabei.
Quelle:
http://www.hna.de/regiosportstart/00_20 ... bquot.htmlWirklich schlimm ist, wenn jetzt auch noch die Allgemeinheit (über Insolvenzausfallgeld) die Profilierungssucht einzelner Personen bezahlen müssten. Wirklich interessant ist aber die Frage, ob denn diese ominöse "MEG Handball-Spielbetriebs- und Merketing GmbH" überhaupt Verträge mit den Spielern machen konnte. Deren Unternehmensgegenstand ist nämlich nicht der Handball-Spielbetrieb der SVH Kassel, sondern:
Der wirtschaftliche Betrieb des Vereins MEG Kassel Handball 2007 e.V. sowie die Erbringung und Durchführung von Werbe- und Marketing- Aktivitäten für den Verein MEG Kassel Handball 2007 e.V. (AG Kassel VR 4546).
Quelle:
https://www.unternehmensregister.de/ure ... id=2529015
Eindeutig ist, dass dieser Verein nicht mit der SVH Kassel identisch ist. Insofern dürfte diese GmbH mit dem Spielbetrieb und der Bezahlung der Regionalligahandballer der SVH Kassel nichts zu tun haben. Und wenn doch, hätte der Geschäftsführer Geschäfte getätigt, die nicht von dem Unternehmensgegenstand gedeckt sind. Interessant wäre dann die weitere Frage, ob es für diesen Fall nicht sogar eine Geschäftsführerhaftung gibt. Es kommen vielleicht noch sehr interessante Wochen auf die Verantwortlichen und die Handballinteressierten in und um Kassel zu.