16.9.2008
Déja vu für Wacker-Damen
Kaum hatte das erste Stündlein für die Handballerinnen des SV Wacker Burghausen in der Landesliga Süd geschlagen, schon könnte man glauben es wäre das letzte gewesen. Mit einer satten 14:30 (6:17)-Klatsche kehrten die Werferinnen von Trainerin Gudrun Zimmerer vom Auswärtsauftritt beim VfL Günzburg zurück: „Bis auf die ersten 15 Minuten hat praktisch nichts geklappt.“ Die Gründe für das bittere Erwachen sind deutlich zu beschreiben.
Die junge Mannschaft fuhr mit einer Rumpftruppe ins Ländle. Nur zwei Auswechselspielerinnen hatte die Übungsleiterin zur Verfügung. Darunter war mit Claudia Elsner eine etatmäßige Schlussfrau. Die andere Torhüterin namens Steffi Kiefer erwischte dafür einen richtig guten Tag. „Das klingt zwar seltsam, aber sie hat unendlich viele Chancen zunichte gemacht, sonst wäre es noch höher ausgegangen. Bei den Gegentoren war sie machtlos“, unterstrich Gudrun Zimmerer.
Miki Dingl hilft aus
Die wohl größte Überraschung war das Comeback von Miki Dingl, die seit zwei Jahren nicht mehr dabei war. Sie studiert in Österreich und hatte daher wenig Zeit. In Günzburg half die pfeilschnelle Blondine dankenswerterweise aus. Sie trainierte erst zweimal und könnte im Oktober eventuell wieder voll ins Team zurückkehren. Acht Volltreffer gelangen ihr, darunter war ein Siebenmeter.
Abwehrleistung indiskutabel
Mit einer vorgezogenen Dame wollten die Oberbayerinnen den VfL Günzburg am Erfolg hindern. Das klappte so gut wie nie. Die Gastgeberinnen umliefen die Defensive ein ums andere Mal wie sie wollten. „Gerade zu Beginn spürten alle die Nervosität. Danach merkte ich schon, dass die Erinnerungen an die letzte Saison wieder hochgekommen sind“, fasste Gudrun Zimmerer, die trotz aller sachlichen Analyse durchaus verärgert war, zusammen. Vor allem nach der 12. Minute ging es dahin. Burghausens Rückraumspielerin Kathi Meier war umgeknickt und konnte nicht mehr weiterspielen. Bis dahin führte Günzburg mit 6:3 Toren. Innerhalb weniger Minuten schoss der VfL dann auf 13:3 davon. Es brachen alle Dämme.
Wurfausbeute muss verbessert werden
Besonders bitter gestaltete sich die Wurfausbeute. 35 Mal landete das Spielgerät nicht im Netz, 15 Würfe waren sehr gute Chancen. Dazu kamen 17 Abspielfehler und 13 technische Missgeschicke. „Diese Bilanz sagt eigentlich schon alles. Wäre die Konzentration hoch genug gewesen, dann wäre ernsthaft etwas drin gewesen“, so Zimmerer. Den Burghauserinnen ging nach und nach nicht nur der Mut aus, sondern verständlicherweise auch die Kraft, weil es wahnsinnig schnell hin- und herging. Damit ließ auch das Rückzugsverhalten zu wünschen übrig und die Defensive mit zunehmender Spielzeit nicht mehr in Position.
Die Tore für den SV Wacker erzielten: Julia Zachskorn (1), Daniela Krawutschke (2), Claudia Wagner (1), Miki Dingl (8/1), Gudrun Zimmerer (2).
Uli Kaiser
Quelle: www.sv-wacker.de/svwhandball/
