Sensationelle zweite Halbzeit bringt den Sieg über Landshut
34:31-Erfolg lässt weiter auf den Klassenerhalt hoffen
Die Sulzbacher Handballer prüfen in diesen Tagen die Leidensfähigkeit ihrer Fans bis an die Grenzen. Im vorletzten Heimspiel gegen den Aufstiegskandidaten aus Landshut knüpften die Herzogstädter in der ersten Halbzeit nahtlos an die nervigen Auftritte gegen Kunstadt und Selb an und fast alle Zuschauer hätten keinen Cent mehr für ihr Team gegeben. Doch was in der zweiten Hälfte geschah wird wohl in die Analen der Geschichte des HCS eingehen. Mit einer fulminanten Aufholjagd und nicht mehr für möglich gehaltenem Kampfgeist, drehte die Rohrbach-Truppe diese so wichtige Partie und zog sich sprichwörtlich selbst mit einem 34:31-Sieg aus dem Sumpf.
Die ersten Minuten begannen für die Gastgeber, die ohne ihren Spielmacher Peter Andörfer, Edu Wertmiller, Christoph Baumgärtel und Julian Steiner auflaufen mussten, noch erträglich. Besonders der Gästekeeper hatte wohl Mitleid mit den nervös auftretenden Sulzbachern und lies einige leichte Würfe passieren (4:4). Doch schnell wurde klar, warum die beiden Teams in der Tabelle so weit auseinander stehen. Mit breiter Brust spielte der Favorit fast fehlerfrei seine Angriffe aus und wurde auch nach angezeigten Zeitspielen nicht nervös. Ein einfacher Freiwurf reichte dem überragenden Landshuter Rückraumschützen Stefan Axthaler aus, um die schläfrige Sulzbacher Abwehr ein ums andere Mal zu verladen. Nun lagen die Nerven endgültig blank und die Gastgeber überboten sich gegenseitig mit teilweise kuriosen technischen Fehlern. Die Niederbayern nahmen jedes Gastgeschenk des Heimvereins dankend an und bauten ihren Vorsprung bis zur Pause, ohne sich groß anstrengen zu müssen auf fünf Tore aus (5:8, 10:16, 14:19). Kein Akteur des HC erreichte auch nur annähernd Normalform und so sah man in der Halbzeitpause nur frustrierte und ratlose Gesichter auf den Tribünen.
Doch zumindest einer in der Halle hatte sein Team noch nicht aufgegeben und fand auch den richtigen Rat für seine Mannschaft. Trainer Christian Rohrbach schickte sein Team mit einer neuen, gnadenlos offensiven Taktik in die Partie. Alles oder nichts war jetzt die Devise und die Herzogstädter wollten diesmal alles. Ein unbändiger Kampfgeist erwachte nun in der Truppe, die den Vorsprung der TG, langsam aber sicher schmelzen lies. Die beiden Torhüter Güthe und Vojtech sorgten für Sicherheit in der Abwehr, die nun bissig ihre Gegenspieler bis fast an die Mittellinie zurückdrängten. Auch im Angriff hatten die Sulzbacher ihre vornehme Zurückhaltung inzwischen aufgegeben. Spielmacher Marek Nachtman sorgte für den nötigen Schwung und die beiden starken Halbspieler Smolik und Waitz für die Tore (20:23, 26:26). Nachdem der Ausgleich gefallen war brachen in der Krötenseeschule alle Dämme. Während die Landshuter nur noch mit schauspielerischen Einlagen glänzen konnten, gelang den Gastgebern nun einfach alles. Besonders Kreisläufer Stefan Moritz legte noch eine Schippe drauf und warf die Spiel entscheidende Führung heraus (31:27). Nun war die Partie endgültig gelaufen und die inzwischen versöhnten Fans feierten diesen nie erwarteten Sieg mit „stehenden Ovationen“.
Der 34:31-Erfolg lässt nun wieder auf den Klassenerhalt hoffen. Ein Sieg im nächsten Auswärtsspiel in Partenstein und die Messe ist fast schon gelesen. Um die Mannschaft in dieser entscheidenden Partie zu unterstützen setzt der Verein einen Fanbus ein, der um 14.30 Uhr am kommenden Samstag am Sportpark abfährt.
HC Sulzbach:
Güthe, Vojtech (Tor);
Waitz 8, Smolik 8(3), Nachtman 5(1), Moritz 5, Hartmann 3, Ströhl 2, Forster 2, Stauber 1, Artz, Englhard, Burkhard, Ott
