Handball. Gelingt den Landesliga-Herren der HG Kunstadt am Samstag vor eigenem Publikum der dritte Streich in Folge? Diese Frage stellt sich an diesem Wochenende die gesamte HGK, wenn die Prediger-Schützlinge ab 19 Uhr in der Obermainhalle versuchen, gegen den TV Münchberg den nächsten Schritt aus der Abstiegszone zu machen.
Gerade nach dem Auswärtserfolg in Sulzbach vergangene Woche keimt noch ein Stück mehr Hoffnung bei der HG im Hinblick auf den eigenen Klassenerhalt auf. Gerade jetzt müssen die Kunstadter aber weiter nachlegen, haben aber mit dem oberfränkischen Rivalen vom TV Münchberg eine echte Herausforderung vor sich. Fünf Spieltage vor Saisonende kann nämlich der TVM mit Recht als die Überraschung der gesamten Liga gesehen werden. Nicht zuletzt aufgrund des unglaublichen „Laufs“ von zuletzt 15:1 Punkten in Serie belegen die Männer von Trainer Christian Seiferth auf den ersten Blick sensationell den dritten Tabellenplatz. Doch hinter der Tatsache, dass die Ost-Oberfranken in diesem Jahr endgültig den Ruf einer Fahrstuhlmannschaft abgelegt haben, liegen Tatsachen, die nicht von der Hand zu weisen sind und die die HG am Samstag vor eine enorm hohe Hürde stellen. Die Münchberger um den ehemaligen Kunstadter Torhüter Peter Fleischmann stellen nämlich das offensiv stärkste Team der gesamten Liga. Bei einem Schnitt von Toren 33,2 pro Spiel lässt die Seiferth-Truppe nicht nur locker die HGK (28 Tore pro Spiel) sondern sogar den souveränen Tabellenführer vom HC Erlangen II (30,2) weit hinter sich. Hinter dieser beeindruckenden Angriffsbilanz steckt der ungemein attraktive Tempohandball des TVM mit einem überragenden Jan Lad an der Spitze. Der tschechische Spielmacher ist aufgrund seiner Schnelligkeit nur schwer zu bremsen und trägt deshalb nicht unverdient die Krone des besten Torjägers der Liga. Allerdings hat der TVM vor allem im letzten Spiel einen harten Rückschlag hinnehmen müssen. Denn Jans Bruder Martin Lad verletzte sich in der Heimpartie gegen die HG Ansbach schwer an der Patellasehne und fällt bis zum Saisonende aus. Gleiches gilt wohl auch für Daniel Winterstein, der sich ebenfalls gegen Ansbach die Nase brach. Hinzu kommt die Verletzung von Christoph Bär, sodass die Angriffsmaschinerie der Münchberger ein wenig an Feuer verloren hat. Dennoch verfügt der TVM mit dem dritten Lad-Bruder Jakob und Petr Schwab über das Profil einer gestandenen Landesliga-Mannschaft, die auch in dieser Besetzung ihren gefürchteten Tempohandball aufziehen kann.
Demnach kann aus Kunstadter Sicht nicht von einer entspannteren Ausgangsposition gesprochen werden. Und dies liegt vor allem daran, dass die HG selbst auf zwei enorm wichtige Spieler verzichten muss. Zum einen wurde Florian Klihm für unsportliches Verhalten beim Spiel in Sulzbach nachträglich für zwei Partien gesperrt und zum anderen fehlt mich Michael Kropka aus privaten Gründen gerade der Spieler, der kaum wie ein anderer den Aufschwung der letzten zwei Wochen verkörperte. „Das ist natürlich wieder einmal ein herber personeller Rückschlag für uns, aber wir müssen erneut das Beste daraus machen“, erklärte HG-Coach Udo Prediger unter der Woche. Für ein wenig Zuversicht sorgt in diesem Zusammenhang die Rückkehr von Florian Kratzer in den Kunstadter Rückraum. Zudem verfügen gerade Stirbati und Stegner wie auch die beiden zuletzt starken Torhüter Schieber und Heublein über das nötige Selbstvertrauen, um selbst die Angst einflößende Serie der Münchberger zu durchbrechen. Auf jeden Fall bauen die Kunstadter auf die lautstarke Unterstützung ihrer Fans, die an einem solchen Tag sicherlich den Unterschied machen können
