Die TG Biller findet im HC Erlangen ihren Meister
Reserve des Zweitligisten gewinnt Spitzenspiel der Handball-Landesliga Nord vor 1.000 Zuschauern im SZ West mit 26:32 (14:16)
Die Zweitbundesliga-Reserve des HC Erlangen hat am Samstagabend einen Riesenschritt zum Meistertitel in der Handball-Landesliga Nord getan. Im Spitzenspiel vor 1.000 Zuschauern in der vollbesetzten Dreifachhalle des Landshuter Sportzentrums West musste sich der bis dahin nur einen Zähler schlechtere "Kronprinz" TG Biller verdient mit 26:32 (14:16) geschlagen geben.
"Erlangen war über die gesamten 60 Minuten das bessere Team. Ich kann meinen Jungs aber keinen Vorwurf machen, denn sie haben gekämpft bis zum Schluss", erkannte TGL-Spielertrainer Markus Böhner am Ende neidlos an. Während für Böhner die Meisterfrage geklärt ist, wollte der Erlanger Trainer Stefan Mittag vorzeitige Glückwünsche nicht annehmen: "Landshut spielt als Aufsteiger eine sensationelle Saison und wir haben noch einige schwere Spiele. Da ist noch nichts entschieden." Beeindruckt zeigte sich der HCE-Coach vom Drumherum in diesem Gipfeltreffen "So eine tolle Stimmung kenne ich normalerweise nur von den Bundesligaspielen unserer ersten Mannschaft." Am Ende freilich feierten nur die etwa 80 stimmgewaltigen Gästefans: Ihre Truppe hatte sich ganz auf dieses "Endspiel" fokussiert und das Beste vom Besten aufgeboten. Darunter mit Matthias Schmidt und Philipp Walzik zwei Torhüter der Extraklasse, welche die "Abteilung Attacke" der TG Biller schier zur Verzweiflung brachten. Außerdem entschied der Erlanger Joachim Knerr (sieben Tore) das Duell der Landesliga-Torjäger gegen seinen allerdings ebenso wie Kilian Zieglmaier durch Verletzung gehandicapten Landshuter Antipoden Dominik Abeltshauser (fünf Tore) für sich. Allerdings: Im ersten Abschnitt dieses vom Zweitliga-Schiedsrichtergespann Harald Schweizer (TSV Friedberg) und Herbert Vornehm (TSV Haunstetten) souverän geleiteten Topduells waren die bis in die Haarspitzen motivierten Niederbayern mit dem Favoriten auf Augenhöhe. Mit einer offensiv ausgerichteten Deckung setzten Böhner und Co. die Gäste unter Druck und gingen in der Anfangsphase dreimal in Führung. Aber in der Folge bestraften die Mittelfranken jeden Patzer der Gastgeber gnadenlos und wandelten nach einigen Landshuter Fehlwürfen und Fehlpässen einen 6:5-Rückstand bis zurr 15. Minute ruckzuck in einen 6:9-Vorsprung um. Bis zum Wechsel kämpften sich die Rot-Weißen zwar von 9:14 (23. Minute) auf 14:16 heran und Landshuts bester Torschütze des Abends, Stefan Axthaler, sorgte nach dem Wiederbeginn (32.) sogar für den 15:16-Anschluss. Doch dann stellte der ausgeglichen besetzte Primus (insgesamt neun Torschützen) mit einem Viererpack binnen drei Minuten die Weichen auf Sieg (15:20/35.). Dieser war spätestens in der 43. Minute (17:23) unter Dach und Fach. Die Hausherren zeigten zwar Moral steckten trotz eines zwischenzeitlichen 21:29-Rückstandes (55.) zu keiner Phase auf. Doch im Endeffekt bekam der Tabellenzweite, dessen Vorsprung auf den Rangdritten Münchberg nun auf drei Punkte geschmolzen ist, vom Meister in spe deutlich seine Grenzen aufgezeigt.
TG Biller (Tore/davon Siebenmeter): Götz, Wendleder; Schwarz, Böhner (6), Herterich, Grolms, Kraus (3), Reitmeier (2), Abetlshauser (5), Guggenberger, Germowitz, Zieglmaier (2), Axthaler (8/5), Wetscheza
