von Ka-Ri » 10.05.2010, 14:04
Bis zum ersten eigenen Treffer dauert es acht Minuten
Partenstein schließt erfolgreiche Saison mit einer durchwachsenen Leistung ab - Wirth: So kann es nicht weitergehen
TSV Partenstein – HSC Coburg 2000 II 28:31 (12:15).
„Wenn sie während der Saison so gespielt hätten, wäre ich sicher sauer gewesen,“ kommentierte Partensteins Trainer Manfred Wirth die durchwachsene Vorstellung seiner Männer am Samstagnachmittag im Frammersbacher Heuberg-Dome. Doch angesichts des nunmehr vollzogenen Abschlusses einer unerwartet erfolgreichen Saison blieb der erfahrene Übungsleiter nach der Schlusssirene milde gestimmt. Die Gäste aus Oberfranken hatten erfolgreiche Revanche für die 24:28-Vorrundenniederlage in eigener Halle genommen und konnten damit den fünften Platz in der Endabrechnung sichern, während der TSV Partenstein in der Abschlusstabelle auf Platz 7 einkam.
Ein Erfolg der Hausherren war möglich, doch der Offensive fehlte letztlich die Durchschlagskraft und Ordnung, um die junge Zwei-Liga-Reserve der Coburger in entscheidende Nöte zu bringen. Das Fehlen der beiden Spielgestalter Michael Diehl (Schulterverletzung) und Daniel Baudisch (Erkrankung und berufliche Gründe) war im Spielaufbau zu spüren.
Beide Teams kamen in den ersten Minuten nicht so recht ins Rollen. Den ersten Treffer der Partie markierte Coburgs Nicola Franke nach fast fünf Minuten, dem er knappe zwei Minuten später per Tempogegenstoß das 0:2 folgen ließ. Zum ersten Mal für die Hausherren traf Oleg Stefanjuk in der achten Spielminute. Die Führung gaben die Oberfranken für die restliche Spielzeit nicht mehr ab. Mit Kampfgeist hielten die Männer um Rekord-Torschütze Tobias Schreier dagegen, doch selbst ein zeitweiliger Ausgleich sollte in den gesamten 60 Minuten nicht gelingen. Nach einer Viertelstunde konnten die Gastgeber immer wieder einmal ihren hünenhaften Kreisspieler Daniel Born einsetzen, dessen schierer Kraft die Coburger wenig entgegenzusetzen hatten. Dem 25-jährigen glückten so zum Saisonabschluss einige spektakuläre Tore, die alleine das Kommen an diesem Nachmittag lohnten.
Leider liefen sich die Angriffe zu häufig an der agilen Coburger Deckung fest, während kleine Unaufmerksamkeiten in der Partensteiner Defensive vor allem den HSC-Rückraum-Spielern zu leichte Tore ermöglichten. So konnten sich die Gäste bis kurz vor Seitenwechsel auf 11:15 absetzen, ehe Tobias Schreier mit einem Gewaltschuss Sekunden vor der Halbzeitsirene auf drei Tore verkürzte.
Der erste Ball der zweiten 30 Minuten zappelte im Netz der Spessarter, doch eine Serie von drei Partensteiner Toren in Folge brachte den TSV bis zur 34. Minute auf 15:16 heran. Das Match blieb dadurch eng, wenngleich auch durch Fehler auf beiden Seiten geprägt. Schöne Treffer der Partensteiner wie das 18:20 (41.min) durch den pfeilschnellen Kim Hespelein auf rasiermesserscharfen Pass per Tempogegenstoß wechselten mit weiterhin zu leichten Rückraum-Toren der Coburger wie das 20:23 durch den 19-jährigen Andreas Wolf in der 46.Minute, dem Christoph Schuhmann per Tempogegenstoß das 20:24 folgen ließ. Es sprach für die nie nachlassenden Bemühungen der Hausherren, dass sie immer noch gegenhielten. Der nimmermüde Max Pürckhauer und abermals der flinke Kim Hespelein brachten ihre Farben wieder heran. Doch die Wende gelang einfach nicht. Als Franke eine Drei-Tore-Serie per Schlagwurf fünf Minuten vor dem Ende zum 23:28 abschloss, schien die Partie bereits entschieden. Doch noch einmal bäumten sich die Partensteiner auf und ließen die Oberfranken durch vier Tore in Folge noch einmal zittern (27:28, 58.min). Aber schließlich war der Tank dann doch leer und so konnten sich die Kämpfer aus dem Spessart die folgenden beiden Coburger Treffer nicht mehr kontern, so dass nach dem 27:30 durch Andreas Günther in der Schlussminute der Mut sank.
Den letzten TSV-Treffer der Saison erzielte mit dem starken Oleg Stefanjuk einer der Spieler, die ihre Erste-Mannschafts-Karriere eigentlich bereits beendet hatte. Doch das war ein Kennzeichen der abgelaufenen Saison und ihrer Partensteiner Personal-Malaisen: so richtig sicher konnte man nie sein, wer im nächsten Spiel auf der Platte stehen würde, aber vielleicht waren ja gerade das Überraschende und für die Gegner so schlecht Ausrechenbare die Gründe für das unerwartet gute Abschneiden. Manfred Wirth will sich allerdings auf derartige Lotterien nicht mehr einlassen: „So kann es nicht weitergehen. Wir haben stellenweise über unsere Verhältnisse gespielt und das geht nächstes Jahr sicher nicht mehr.“
TSV Partenstein: Hanne (Tor; 1.-22.min), Ch. Diehl (Tor; 23.-30.), Vargas (Tor; 31.- 60.), Pürckhauer 6/2, T. Schreier 6, Stefanjuk 6, Born 5, Hespelein 5, Manegold, D. Schreier, Amend, Herrmann, Kunkel.
HSC Coburg 2000 II: Weiß (Tor), Merz 6/1, Franke 5, Günther 5, Wolf 5, Göpfert 4, Schuhmann 4/1, Weitz 1, Mansaré 1, Häfner, Zimmermann, Schramm, Jäckel.
Siebenmeter: TSV Partenstein 4/2; HSC Coburg 2000 II 5/2
Strafzeiten: TSV Partenstein 3 (Born, Pürckhauer, Hespelein); HSC Coburg 2000 II 8 (Häfner 2, Merz 2, Franke, Mansaré, Zimmermann, Schramm)
Schiedsrichter: Gruner / Irmler (Marktsteft)
Zuschauer: 150
Spielfilm: 0:1 (5.min), 2:4 (10.), 4:5 (15.), 6:8 (20.), 8:9 (22.), 9:13 (26.), 11:13 (28.), 11:15 (30.), 12:15 (30.), 15:16 (34.), 16:18 (39.), 18:20 (41.), 20:24 (47.), 23:25 (51.), 23:28 (55.), 27:28 (58.), 27:30 (60.), 28:31 (60.)
Bericht: Werner Hartmann,
Fotos: Steffen Anderlohr und Yvonne Vogeltanz
Dies schreibt Sportfreund Uli Sommerkorn von der Main-Post zu diesem Spiel:
Zünftige Partensteiner Feier trotz der Niederlage
Der TSV schließt die Saison auf Platz sieben ab
Der TSV Partenstein schließt die Saison mit einer Niederlage ab, das ausgeglichene Punkteverhältnis und der zum Klassenerhalt berechtigende siebte Platz stimmen die Verantwortlichen aber gleichwohl zufrieden. So war das Ergebnis zum Saisonfinale auch nicht mehr ganz so wichtig - Trainer Manfred Wirth gönnte allen drei Torhütern sowie sämtlichen Feldspielern ihre Einsatzzeiten.
„Das Spiel war wie das Wetter - mal passierten schöne Sachen, dann wieder ganz miese“, erklärte der Coach, der nach der Absage von Daniel Baudisch (Abiturvorbereitungen) ohne gelernten Spielmacher auskommen musste. Partenstein lief ständig einem Rückstand hinterher, verkürzte immer wieder, schaffte die Wende aber nicht.
Vor allem die Abwehrumstellung auf ein defensives 6:0-System im zweiten Abschnitt schmeckte den Gästen aus Oberfranken nicht. Bis auf 27:28 kamen die Hausherren heran. „Da hatten wir sogar die Chance, die Sache in den Griff zu kriegen“, meinte Wirth. Doch immer wenn es eng wurde, konnte die Zweitliga-Reserve noch einen drauf setzen. Da half auch die starke Vorstellung des aus der zweiten TSV-Mannschaft zurückgeholten Oleg Stefanjuk nichts, der in Eins-gegen-eins-Situationen oft für Gefahr sorgte und am Ende auf sechs Tore kam. Die Niederlage konnte den Partensteinern die Stimmung allerdings nicht verderben, der Saisonabschluss wurde bis in die frühen Morgenstunden des Sonntags ausgiebig gefeiert.
Manegolds Abschiedsvorstellung
Die Partie gegen Coburg war auf Partensteiner Seite die Abschiedsvorstellung für Rene Manegold, den es zum Studium nach Wolfsburg verschlägt. Dagegen hat Daniel Schreier davon Abstand genommen, nach der Saison kürzer zu treten. Der Allrounder wird auch kommende Runde das Trikot der ersten Mannschaft tragen. „Nächste Saison werden wir unter dem Strich drei Spieler mehr als diese im Kader haben“, sagt Manfred Wirth, in dessen Team Simon Steigerwald (zuletzt 2. Mannschaft) und Rene Sahm (zuletzt verletzt) zurückkehren werden. Dazu kommen zwei Neuzugänge. Einer davon ist Adrian Wagenbach aus der zweiten Mannschaft des TSV Lohr, eine zweiter soll demnächst bekannt gegeben werden.