MTV Pfaffenhofen 2009/2010

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Beitragvon Steve22 » 01.03.2010, 20:10

Tak­ti­sches Foul ret­tet Burg­hau­sen das Un­ent­schie­den

In einem schnel­len, emo­tions­ge­la­de­nen und über­wie­gend fair ge­führ­ten Spiel trenn­ten sich am Sams­tag die Hand­ball-Be­zirks­ober­li­gis­ten MTV Pfaffenhofen und SV Wacker Burg­hau­sen mit einem al­les in al­lem ge­rech­ten 29:29-Un­ent­schie­den.

Die erste Halbzeit

Gleich zu Be­ginn der Be­geg­nung ver­such­ten die Gäs­te, ihrer Fa­vo­ri­ten­rol­le ge­recht zu wer­den. Sie gin­gen als Ta­bel­len­vier­ter in die Par­tie — warum soll­te der Sechs­te ihnen ge­fähr­lich wer­den kön­nen? Zwei, drei Mi­nu­ten hiel­ten die MTV-Spie­ler noch gut mit (3:4, 5.), dann zo­gen die Gäs­te, immer wie­der an­ge­trie­ben durch Uli Reff­le, auf 3:7 da­von.

Be­ein­dru­cken lie­ßen sich die Spie­ler von MTV-Trai­ner Die­ter Auern­ham­mer da­von in­des nicht lan­ge: es wa­ren noch kei­ne zehn # Spiel­mi­nu­ten ver­gan­gen, da stell­ten die Gast­ge­ber durch Rück­raum­tref­fer von Do­mi­nik Moo­ser und Ste­fan Ein­öds­ho­fer so­wie einen Kon­ter von Chris­ti­an Has­lau­er den 6:7-An­schluss wie­der her.

Die Par­tie ver­lief wei­ter auf schnel­lem Ni­veau, und die Gäs­te hat­ten wei­ter die bes­se­ren Ner­ven: wäh­rend der MTV eine Mög­lich­keit zum Aus­gleich per Sie­ben­me­ter ver­gab, nutz­ten die Gäs­te die sich ihnen bie­ten­den Chan­cen ef­fek­ti­ver: vom 10:11-Zwi­schen­stand zo­gen sie bin­nen fünf Minu­ten auf 10:14 da­von.

Den­noch gab die Heim­sie­ben nicht auf, und Be­ne­dikt Schmidt und Mat­thias Mäh­ner sorg­ten da­für, dass beim 15:16 der Rück­stand des MTV zur Halb­zeit nur einen Zäh­ler be­trug.

Die zweite Halbzeit

Durch­gang Zwei be­gann fu­ri­os: Steve Göthel fisch­te den Auf­takt­an­griff der Gäs­te und ver­wan­del­te den Kon­ter selbst zum 16:16-Aus­gleich.

Bis zur 40.) Spiel­mi­nu­te hiel­ten die Gast­ge­ber das 21:21-Un­ent­schie­den, dann wä­re die Par­tie den Schieds­rich­tern fast ent­glit­ten: zu­nächst er­hielt der Burg­hau­se­ner Spie­ler Rai­ner Bie­ders­bur­ger wegen Foul­spiels eine Zeit­stra­fe, dann folg­te ihm nur eine knap­pe Mi­nu­te spä­ter Se­bas­ti­an Lumer auf die Bank nach, weil er die Aus­füh­rung des ent­spre­chen­den Frei­wurfs ver­hin­der­te.

Dies er­reg­te wie­de­rum SVW-Trai­ner Oli­ver Na­gel, der laut­stark re­kla­mier­te und da­für "Gelb" er­hielt — als seine Pro­tes­te nicht ver­stumm­ten, zeig­ten die Schieds­rich­ter ihm gar "Rot". Als sich die Lage schließ­lich ent­spann­te, spiel­ten den­noch vier Burg­hau­se­ner Feld­spie­ler gegen sechs Pfaf­fen­ho­fe­ner. Wirk­lich spiel­ent­schei­dend aber war die­se Regel­aus­le­gung — eigent­lich hätte ein wei­te­rer Gäs­te­stür­mer die Bank drü­cken müs­sen — nicht: es waren immer­hin noch zwan­zig Mi­nu­ten zu ab­sol­vie­ren.

Doch auch so nutz­ten die Gast­ge­ber die neue Chan­ce: Göthel brach­te sei­ne Far­ben erst­mals in der Be­geg­nung in Front, und Fabi­an Kug­ler ließ die Tref­fer zum 24:21 folgen. Mehr aber mach­ten die MTV-Spie­ler nicht aus ihrer zah­len­mä­ßi­gen Über­le­gen­heit, und so­bald sie wie­der auf­ge­füllt hat­ten, ega­li­sier­ten die Gäs­te — wei­ter­hin laut­stark und ges­ten­reich an­ge­trie­ben von dem auf die Tri­bü­ne "ver­bann­ten" Trai­ner Na­gel — er­neut zum Un­ent­schieden (24:24).

Auch wenn die Zwi­schen­stän­de wei­ter­hin so knapp blie­ben wie in den ver­gan­ge­nen 45 Spiel­mi­nu­ten — das Blatt hat­te sich ge­wen­det: nun ging die Heim­sie­ben immer wie­der in Füh­rung, und den Gäs­ten blieb nur der Aus­gleich. So ver­lief die Be­geg­nung wäh­rend der gan­zen Schluss­vier­tel­stun­de, bis zum Spiel­stand von 29:29.

Mit dem letz­ten An­griff der Par­tie stürm­te schließ­lich Göthel al­lein auf wei­ter Flur dem geg­ne­ri­schen Ge­häu­se ent­ge­gen, bis er bei etwa der Neun­me­ter-Li­nie von hin­ten von Bie­ders­bur­ger um­ge­ris­sen wurde — "ohne Chan­ce, den Ball zu spie­len", wie im Spiel­be­richts­bo­gen ver­merkt wur­de.

Für die­ses tak­ti­sche Foul in letz­ter Se­kun­de wurde der Burg­hau­se­ner zwar dis­qua­li­fi­ziert, die Kon­ter­mög­lich­keit und Tor­chan­ce aber war ver­tan. Da die Schieds­rich­ter einen wei­te­ren MTV-Spie­ler zwi­schen Göthel und dem SVW-Tor­wart ge­se­hen hat­ten, ent­schie­den sie schließ­lich zwei Se­kun­den vor dem Ab­pfiff auf Neun­me­ter-Frei­wurf. Die­ser brach­te nichts mehr ein, es blieb beim 29:29.

Das Fazit der Trainer

"Die letzte Aktion­, so ana­ly­sier­te Auern­ham­mer nach dem Ab­pfiff, ­hat wie­der ge­zeigt, dass die Burg­hau­se­ner ein­fach cle­ve­rer agie­ren — wenn es nur so noch zum Punkt­ge­winn reicht, be­ge­hen sie auch tak­ti­sche Fouls und neh­men die Be­stra­fung ein­fach in Kauf!"

Den­noch: die Fra­ge, ob das Un­ent­schie­den über das gan­ze Spiel ge­se­hen ein Punkt­ver­lust oder -ge­winn sei, be­ant­wor­te­te der MTV-Trai­ner mit einem Wort: "Bei­des". Gro­ße Tei­le des Spiels hät­ten die Gäs­te zwar nicht un­be­dingt do­mi­niert, aber doch den Ton an­ge­ge­ben, wäh­rend der letz­ten zwan­zig Spiel­mi­nu­ten aber hät­ten sei­ne Spie­ler zu­ge­legt und die Burg­hau­se­ner an den Rand der Nie­der­la­ge ge­bracht.

Für den MTV Pfaffenhofen spielten (Tore / Sie­ben­me­ter­to­re):
Tobias Hartmair, (1 Tor.) — Michael Stadler, Christoph Breu, Sven Mayer, Martin Maier, Cornelius Miller, Stefan Einödshofer, (3 Tore.) Benedikt Schmidt (4 Tore.), Steve Göthel (5 Tore.), Christian Haslauer (5 Tore.), Fabian Kugler (6/1), Michael Hiermeier (1 Tor.), Matthias Mähner (1 Tor.), Dominik Mooser (4 Tore.)

Quelle: www.holgerhamelmann.de/handball
Steve22
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