TS 1887 Selb

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TS 1887 Selb

Beitragvon Greenkeeper » 16.08.2010, 08:45

Der Abstieg ist eine neue Chance

Bitter war er schon, der Abstieg im Mai. Als Neuntschlechtester aller bayerischen Landesligisten musste die TS Selb nach zwei Niederlagen in der Relegation gegen Süd-Vertreter TSV Allach den Weg zurück in die Bezirksoberliga antreten. Nun aber war Zeit zum Aufarbeiten und ist Zeit, die Ziele neu zu definieren. "Der Abstieg bringt Chancen für junge Spiele", gewinnt Trainer Horst Roch der Lage in Selb auch eine positive Seite ab. "In der Landesliga konnten wir sehr wenig ausprobieren, waren immer unter Druck gestanden." Jetzt sieht er die Möglichkeit, den langfristigen Umbau der Mannschaft zu starten, ähnlich, wie es Nachbar HSG Fichtelgebirge schon zum Teil getan hat.

Hinter dieser obersten Vorgabe wird die Frage zweitrangig, welche Platzierung die Turnerschaft anstrebt. Roch will sich und sein Team nicht unter Druck setzen lassen und sieht den Wiederaufstieg bestenfalls als langfristige Perspektive. "Wir haben schon ein sehr schweres Anfangsprogramm serviert bekommen. Nach drei Spieltagen wissen wir einigermaßen, wo wir stehen." Auftaktgegner HSC Coburg III soll das Auffangbecken für den ehrgeizigen Nachwuchs des Zweitligisten sein. Der folgende Auswärtsgegner HC Bamberg hat aufgerüstet. Und am dritten Spieltag, am Samstag, 9. Oktober, steht bereits das Derby gegen die HSG Fichtelgebirge auf dem Programm. Dieser harte Start ist dem Trainer aber lieber als vermeintlich leichte Aufgaben. "Da kann gar keiner auf die Idee kommen zu sagen: Das schaukeln wir schon irgendwie."

Auf dem Parkett stehen werden in der kommenden Saison die gleichen Spieler wie in der abgelaufenen Saison. Nur Nothelfer Jindrich Dyk und Frank Fischer, der zurück zur HSG gegangen ist, sind nicht mehr an Bord. Geht es nach dem Trainer, so werden diese gleichen Leute aber anders auftreten als im vergangenen Winter. "Von den alten Spielzügen werden höchstens drei übrigbleiben", kündigt Roch an. Angriffsleistung und -varianten müssten sich "am modernen Handball orientieren". In der vergangenen Saison sei die Mannschaft ja "teilweise nur gestanden". Jetzt ist er dabei umzubauen "auf schnellen Angriff von hinten heraus". Vorne müssten seine Schützlinge mehr ohne Ball laufen.

Probieren konnten sie das bisher kaum. Denn erst seit zwei Wochen können die Selber in der Halle trainieren. "Beim Test gegen die HSG hatten die Spieler erstmals einen Ball in der Hand." Auch eine Woche später gegen den TV Rehau habe zwangsläufig noch nicht vieles rund laufen können. In den kommenden Wochen will er seinem Team Feinschliff geben.

Eine noch zentralere Rolle wie schon in der Vorsaison geplant nimmt dabei der Ex-Rehauer Sebastian Wölfel ein. Nicht nur, weil der kampf- und spielstarke Linkshänder im Rückraum seine Verletzung von der vergangenen Saison auskuriert hat. Er kann jetzt auch wochentags und nicht nur freitags trainieren, nachdem er den Arbeitgeber gewechselt hat. Rund um Wölfel werden die bekannten Routiniers stehen, verstärkt aber auch Nachwuchskräfte wie Jan Schönberner und Timo Seidel, die schon in der vergangenen Saison zum Kader gehört hatten. "Darüber hinaus werde ich vier weitere Jungs aus der A-Jugend testen", kündigt Horst Roch an. Er weiß, dass das Team frische Kräfte braucht. "Denn in der vergangenen Saison haben wir uns zu sehr auf den Lorbeeren des Jahres zuvor ausgeruht."
Greenkeeper
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