Partenstein verblüfft selbst seinen Trainer
Ersatzgeschwächte Landesliga-Handballer starten mit deutlichem Sieg in die Saison
Ein ganz unerwartetes Handballfest feierte der ohne Michael Diehl, Michael Cherkashin und Simon Steigerwald angetretene TSV Partenstein in seiner Auftaktpartie in der Landesliga Nord. Nach deren Ende der Trainer der favorisierten Gäste, Elmar Ehrhardt, Komplimente in Richtung TSV-Coach Manfred Wirth schickte: Manfred hat seine dezimierte Mannschaft gut auf uns eingestellt. Ich hatte meine Leute davor gewarnt, dass ein angeschlagener Gegner besondere Energien freisetzen kann;. Und vor Energie strotzen die Hausherren von der ersten Minute an.
Den ersten Treffer setzte mit Daniel Baudisch einer der besten Partensteiner, doch die Mittelfranken drehten
postwendend den Spieß um und nach vier Minuten buchte Tobias Hallmann mit einem Rückraum-Treffer die 1:2-Führung
– die letzte seiner Farben in der gesamten Spielzeit. Tobias Schreier, in der letzten Saison noch im Partensteiner
Kasten, glich quasi im Gegenzug aus und nun ging es Schlag auf Schlag. Nach dreizehn Minuten hieß es 8:2 für
Partenstein. Allerdings dürften die meisten Fans, die mitbekommen hatten, wie schwer sich die Spessarter in der Endphase der Vorbereitung, gegen auch auf dem Papier schwächere Gegner, getan hatten, noch auf den großen Konter des VfB Forchheim gewartet haben.
Doch beim genauen Hinsehen wurde schon in dieser Phase deutlich, dass die Partensteiner vor allem in der Deckung einfach schneller auf den Beinen waren und den technisch und athletisch überlegenen Gegner zu unerwartet vielen Fehlern zwangen. Die Gäste kamen tatsächlich und als der starke Partensteiner Keeper Matjas Varga in der 24. Minute
zwar den Siebenmeter von Tobias Radina entschärfen konnte, aber seine Vorderleute den Schützen im Nachwurf einnetzen ließen, waren die Mittelfranken auf 9:8 heran. Zweimal Daniel Baudisch und Tobias Radina stellten den 11:9-Pausenstand her.
Wahnsinn ; ich weiß nicht, was Manni unter der Woche mit den Spielern gemacht hat, aber es war das Richtige, staunte der etatmäßige knieverletzte TSV-Rechtsaußen René Sahm über die Führung seiner Kameraden.
Und es sollte noch viel besser kommen. In den ersten dreißig Minuten waren Daniel Baudisch und Tobi Schreier die besten Partensteiner, während Sascha Hogyikov 30 Minuten lang Anlauf genommen zu haben schien. Nun wirbelte der 28-jährige Ungar die Forchheimer Deckung durcheinander, der intelligente Max Pürckhauer luchste den immer pomadiger zu Werke gehenden Mittelfranken Ball um Ball ab und erzielte einige sehenswerte Treffer. Spielerisch fast in einer Schockstarre fielen die Gäste, die erste Viertelstunde, nach Wiederanpfiff hauptsächlich durch zahlreiche Undiszipliniertheiten auf, die die beiden guten Referees unnachgiebig mit Zeitstrafen belegten.
Es dauerte bis zur 46. Minute, ehe der vor der Partie hochgehandelte Markus Blatt den ersten VfB-Treffer nach der Pause erzielen konnte, aber da war das Leder zwischenzeitlich schon acht Mal im Forchheimer Kasten eingeschlagen. Doch dieses 19:10 war keineswegs das Signal zur Aufholjagd der Gäste. Abermals gelangen den nun entfesselten Wirth-
Schützlingen bis zur 52. Minute sechs Tore in Folge, von denen das 24:10 durch den frech und kampfstark aufspielenden Youngster Kim Hespelein sicherlich in der Halle am meisten umjubelt wurde. Nun war die Messe tatsächlich gelesen und Manfred Wirth konnte nun seinem zweiten Torhüter Jannik Hanne eine Chance geben und der 17-jährige zeigte sein großes Talent und kochte in der kurzen Zeit nicht weniger als zwei Siebenmeter ab.
Nach dem Abpfiff bremste Manfred Wirth fast pflichtgemäß die Euphorie: So etwas wie heute Abend geht nicht immer, aber zugleich war dem sonst so nüchternen Trainerfuchs die Freude anzumerken. Wir haben uns
in dieser Woche taktisch ganz detailliert auf den Gegner vorbereitet und bis zur 20. Minute haben die Jungs die Marschroute 100%-ig eingehalten. Man merkte heute Abend, dass fleißiges Trainieren doch etwas bringt, denn meine Leute waren den athletisch überlegenen Gegnern in der Beinarbeit voraus, schoss der Trainer eine kleine Spitze in Richtung der Kritiker, die ihm während der Vorbereitung ein Übertrainieren seiner Männer vorgehalten hatte.
