Mit weißer Weste in das Nordhessen-Derby?
Regionalliga: Trainer Kleinmann warnt vor Pohlheims Stärken
Von Ralf Ohm
gensungen/pohlheim. Nein, Detlef Kleinmann lässt sich nicht aufs Glatteis führen. Weder vom Trainer des kommenden Gegners noch vom Spielplan der Handball-Regionalliga Südwest. "Gensungen/Felsberg ist nicht unsere Kragenweite", sagt Marius Naidin, Coach der HSG Pohlheim, was vor dem heutigen Duell in der Sporthalle Holzheim (Anwurf 18 Uhr) fast wie eine vorzeitige Kapitulation klingt. "Davon lassen wir uns nicht blenden", entgegnet der Edertaler Coach, "denn wir wissen, dass Pohlheim ein kampfstarkes Team mit einer stabilen 6:0-Deckung hat."
" Qualitäten, für die wiederum Marius Naidin gesorgt hat, seit er die Mannschaft im Sommer übernahm. Gerade hatte sie ihre erste Regionalliga-Saison mehr schlecht als recht mit einem "Last-Minute-Klassenerhalt" am letzten Spieltag überstanden, woraus der 46-jährige "rumänische Österreicher" (Naidin über Naidin) seine Lehren zog. "Wir werden ordentlich Beton anrühren", versprach der ehemalige Co-Trainer von Meistercoach Gerlach eine erhebliche Verbesserung der Abwehr - und löste dieses Versprechen dank intensiver Taktikschulung und einigen Überstunden in der Kraftkammer vom ersten Spieltag an ein.
Davon profitierte auch die erste Welle der Pohlheimer mit den Tempogegenstoß-Spezialisten Mathias Kartak und Daniel Hirz. Dazu kommen im Positionsangriff abschluss-starke Spieler wie Christian Schäfer sowie die Linkshänder Stefan Lex, mit einem Doppelspielrecht beim Nachbarn TV Hüttenberg ausgestattet, und Niko Bepler. Der Rückraumrecke kennt die HSG noch aus zahlreichen Duellen mit dem TuSpo Obernburg und ist nach seinem Handbruch "im Kommen" (Naidin).
HSG ließ SVH abblitzen
Detlef Kleinmann weiß um die Stärken der Mittelhessen, die bereits Aufstiegsfavorit SVH Kassel mit 35:32 in eigener Halle abblitzen ließen. Also gilt es für die Gäste, nahtlos an den guten Saisonstart anzuknüpfen, der ihnen nach drei Spieltagen die Tabellenführung bescherte. Und ihrem Trainerduo Kleinmann/Negovan die erfreuliche Erkenntnis, dass die Mannschaft ihre Philosophie vom Tempohandball auf dem Feld umzusetzen weiß. Fast 60 Minuten, wobei es besonders auf die ersten ankommt.
"Über die erste und zweite Welle schnell in Führung gehen und dann im weiteren Spielverlauf darauf aufbauen", lautet Kleinmanns Erfolgsrezept. Dabei verfügt er über eine klare Stammsieben mit Zweitliga-Erfahrung. Und über eine junge Garde, "die zeigt, dass sie sich bereits weiter entwickelt hat." Eine "gute Mischung", für die laut Kleinmann das kommende Nordhessen-Derby gegen die SVH Kassel (11. Oktober in Gensungen), das seine Schatten bereits voraus wirft, trotz aller Brisanz noch kein Thema ist. Wenn überhaupt, dann als zusätzliche Motivationsspritze vor dem zweiten Auswärtsspiel der laufenden Saison. Gelingt der HSG dort nämlich der vierte Sieg in Folge, könnte sie den Titelkandidaten mit einer weißen Weste in Empfang nehmen.
Quelle: http://www.hna.de/sesportstart/00_20081 ... Derby.html
