Wer den Hit gewinnt, ist vorn
Handball-Regionalliga: Gensungen/Felsberg nach Saarlouis - 80 Tore sind möglich
Von Björn Mahr
GENSUNGEN/SAARLOUIS. Ab heute wächst die Anspannung. "Ein, zwei Tage vor so einem Spiel", sagt HSG-Kreisläufer Michael Viehmann, "werde ich schon hibbeliger". Seine Unruhe ist ein Zeichen dafür, dass ihm und dem Handball-Regionalligisten HSG Gensungen/Felsberg etwas Besonderes bevorsteht. Mehr noch: ein absoluter Höhepunkt der Saison.
Denn die Edertaler sind als Spitzenreiter am Samstag ab 19.30 Uhr (Halle am Stadtgarten) zum Topspiel beim ebenfalls noch ungeschlagenen Verfolger HG Saarlouis zu Gast. Da die Saarländer zuletzt jedoch überraschend zu Hause gegen den HSV Bad Blankenburg (37:37) einen Punkt einbüßten, reicht den Nordhessen schon ein Remis, um den ersten Platz zu verteidigen.
"Wir können ohne großen Druck ins Spiel gehen", meint daher auch Gensungen/Felsbergs Coach Detlef Kleinmann. Was nicht bedeutet, dass er und Spielertrainer Dragos Negovan die Aufgabe vor 2000 Fans auf die leichte Schulter nehmen. Im Gegenteil: Selten zuvor grübelte das Duo so oft über die Taktik wie vor dieser Partie. "Das ist ein Duell mit Brisanz. Da muss man akribischer herangehen", betont Kleinmann. Umso mehr, als die HSG ohne ihren Torjäger und Abwehrchef Carsten Göbel (Kreuz-bandriss) auskommen muss. In der Deckung dürften Frank Eidam oder Steffen Ober dessen Posten übernehmen. Dagegen werden sich im Angriff Mario Schanze, Christian-Codrin Gherhard und Michael Horn die Arbeit auf der halblinken Position teilen müssen.
Beileibe nicht das Einzige, womit sich Kleinmann/Negovan im Vorfeld des Hits beschäftigen müssen. Die Hausherren operieren nämlich mit wechselnden offensiven Defensivsystemen. Sollten Eidam und Ober kurz gedeckt werden, müssten Stephan Untermann, Benedikt Hütt und Gherhard ihre Klasse in 1:1-Situationen unter Beweis stellen. Gelingt das nicht, droht der HSG Ungemach in Form von Kontertoren der HGS durch den schnellen Sven-Malte Hoffmann, der neben Spielmacher Danijel Grgic (früher Eisenach), dem 2,01 m großen Halbrechten Peter Vozar und Kreisspieler Tomas Bednarik der gefährlichste Offensivmann des Tabellenzweiten ist.
"Ich erwarte ein flottes Spiel. Das dürfte in Richtung 40 Tore für jede Mannschaft gehen", erklärt der Trainer der Heimsieben, Christoph Barthel. Das käme den Gästen durchaus zugute, die über erste und zweite Welle bislang jeden Gegner in dieser Klasse in die Knie zwangen. "Wir fahren nach Saarlouis, um zu gewinnen", verdeutlicht Viehmann den Ehrgeiz der Mannschaft. Klar, mit einem doppelten Punktgewinn hätte die HSG nicht nur den Platz an der Spitze gefestigt, sondern sich auch das Selbstvertrauen geholt, das das Team durch den Ausfall von Göbel in den kommenden Monaten benötigen wird.
Quelle: http://www.hna.de/regiosportstart/00_20 ... _vorn.html
