Kleinmann: Wir sind gewarnt
Regionalliga-Spitzenreiter Gensungen/Felsberg hat Verfolger Kirchzell zu Gast - Eidam und Hütt angeschlagen
Gensungen. Das haben sie nun davon, die Handballer der HSG Gensungen/Felsberg. Da schreiten sie in der Regionalliga als noch verlustpunktfreier Tabellenführer von Sieg zu Sieg und schon erklärt sich jede Mannschaft, die in der "Hölle Nord" gastiert, zum absoluten Außenseiter. "Wir haben in Gensungen nichts zu verlieren", sagt beispielsweise Gottfried Kunz, Trainer des TV Kirchzell, vor der Neuauflage des ehemaligen Zweitliga-Duells (Sa. 19.30 Uhr, Kreissporthalle Gensungen).
Ein allzu durchsichtiges Unterfangen, den Druck von seiner eigenen Mannschaft zu nehmen, indem er den Gegner zum "absoluten Favoriten" stempelt, auf das sein Kollege indes nicht hereinfällt. "Als Tabellenführer werden wir von allen gejagt, da wachsen auch die Gegner, die zu uns kommen, über sich hinaus", sagt Detlef Kleinmann. Und im speziellen Fall des TV Kirchzell: "Das ist eine starke Mannschaft, die zuletzt richtig gut gespielt hat."
Beim 35:24-Kantersieg gegen Bad Blankenburg beispielsweise, als der einzige bayrische Regionalligist in der Südwest-Staffel beinahe mühelos den Ausfall von Daniel Frank (Achillessehnenriss) und Manuel Krug (Kreuzbandriss) wegsteckte, die auch in Gensungen fehlen werden. Dafür konnte sich Gottfried Kunz auf seinen starken Rückraum mit dem überragenden Spielmacher Achim Kirchmann (Kleinmann: "Einer der schnellsten der Liga") genauso verlassen wie auf die brandgefährliche Flügelzange Hoffmann/Sandu.
Die Stützen eines Teams, das von den letzten fünf Spielen vier gewann und den Edertalern als Vierter auf den Fersen ist. Die Schlussfolgerung des HSG-Coaches: "Wir sind gewarnt." Zudem habe seine Mannschaft beim Sieg in Saarlouis "richtig Kraft gelassen" und diesen darüberhinaus mit zwei ernsthaften Blessuren (Fersenprellung bei Frank Eidam und Risswunde an der linken Hand bei Benedikt Hütt) bezahlt.
Andererseits beflügelt ein solcher Triumph natürlich, erkämpft in der Höhle des Löwen, der deutlich macht, wie kompakt und gefestigt der Zweitliga-Absteiger mittlerweile auch ohne Carsten Göbel (Kreuzbandriss) auftritt. "Nach seinem Ausfall sind wir noch enger zusammen gerückt und haben uns im Spiel gegenseitig hoch gepuscht", erklärt Rechtsaußen Jan-Hendrik Walther das Edertaler Erfolgsgeheimnis.
Dazu kommt ein "gewachsenes Selbstbewusstsein und ein Spielsystem, "dass uns richtig liegt." Besonders dem Tempogegenstoß-Spezialisten, mit 39 Treffern mittlerweile der drittbeste Schütze der Edertaler. Kein Wunder, dass der 21-Jährige mit seiner Mannschaft im zehnten Spiel den zehnten Sieg anpeilt, "auch wenn Kirchzell ein richtig harter Brocken ist." (ohm)
Quelle: http://www.hna.de/sesportstart/00_20081 ... warnt.html
