TVG-Gegner verspricht "60 Minuten volles Tempo"
Regionalliga: Zweitliga-Absteiger Gensungen-Felsberg reist als neuer Titelfavorit an
GELNHAUSEN (ka). Ist das nicht ein echtes Alarmsignal? Im ersten Saisonspiel waren dem TV Gelnhausen viel zu früh die Kräfte ausgegangen und jetzt kommt mit der HSG Gensungen-Felsberg ein Team in die Großsporthalle, das sich 60-minütigem Tempohandball verschrieben hat - und dieses energieraubende Programm offensichtlich auch mit beeindruckender Konsequenz umsetzen kann. "Ich bin seit acht Jahren in dieser Klasse
Samstag, 19.30 Uhr
Gelnhausen - Gensungen/Felsberg
tätig, aber das Tempo der Gensunger ist Wahnsinn. Für mich ist die HSG jetzt der Titelanwärter Nummer eins", legte sich jedenfalls Eyub Erden, der Trainer des TV Hochdorf, nach dem Auftaktspiel in Gensungen schon einmal fest. Die hoch gehandelten Pfälzer hatten beim Zweitliga-Absteiger keine Chance und verloren 31:36. "Das war richtig stark", zeigt sich auch TVG-Coach Louis Rack beeindruckt. Ob die HSG tatsächlich erster Kandidat für den Titel ist, weiß der 49-Jährige zwar noch nicht, "aber Gensungen/Felsberg ist auf alle Fälle am Samstag der Favorit."
Zweifelsfrei: Der Kader der Nordhessen hat Qualität. Trotz des Abstieges ist die Stammformation fast komplett zusammen geblieben. Dazu kommen eine Reihe junger, talentierter Spieler. "Erst einmal ist es gut, dass wir auf eine erfahrene Stammformation zurückgreifen können", stellte Trainer Detlef Kleinmann, der zusammen mit Dragos Negovan die sportlichen Geschicke lenkt, in der Zeitung Hessische/Niedersächsische Allgemeine fest. Und diese Routiniers sollen und müssen "von unseren Talenten unterstützt und entlastet werden, so dass wir schließlich jede Position doppelt besetzt haben und, wenn es gut läuft, über 60 Minuten volles Tempo gehen können."
Eine Ankündigung, die Sorgenfalten auf Racks Stirn treibt, denn sein Team ist nach verkorkster Saisonvorbereitung noch längst nicht in Bestform. Und auch in dieser Woche musste er Ausfälle verkraften. Anders Indset, Oliver Hubbert und Heiko Trinczek sagten Trainingseinheiten ab, "einiges ist derzeit einfach nicht planbar - und das stört den Trainingsablauf", so der Trainer. Die Zielsetzung für Samstag ist schnell formuliert: "Natürlich streben wir einen Sieg an, aber wenn wir uns gegenüber dem ersten Spiel nicht drastisch steigern, kann es einen großen Knall geben." Vor allem die Spielauffassung seiner Akteure bei der 26:30-Pleite beim Aufsteiger Bad Blankenburg tadelt Rack als "katastrophal": "Das war ein Rückfall in echte Konzeptlosigkeit, das darf uns einfach nicht passieren." Vor allem nicht am Samstag im Derby gegen die Hochgeschwindigkeitshandballer aus Nordhessen.
TVG: Camdzic, Zimmermann, Breidenbach; Indset, Deinet, Hubbert (?), P. Jambor, M. Jambor, Eurich, Wacker, Nielsen, Schwaab, Trinczek, Ruhrmann, Pape, Bergmann,
Quelle: http://www.gelnhaeuser-tageblatt.de/six ... _dpa=sport
