Noch ein langer Weg
SVH Kassel setzt Trainingsarbeit noch nicht um, am Samstag nach Gelnhausen
Von Peter Fritschler
KASSEL. Die roten und blauen Hütchen auf einem Papierspielfeld hin- und hergeschoben, das hat Adalsteinn Eyjolfsson, Trainer des Handball-Regionalligisten SVH Kassel, in diesem Jahr schon oft. Der Isländer hat Abwehr- und Angriffsformationen demonstriert, Strukturen in das Spiel der Harleshäuser gebracht. Eyjolfsson war mit dem Training der Mannschaft im neuen Jahr zufrieden: "Es ziehen alle mit, alle setzen sich ein."
In der Abwehr hat der Coach versucht, noch mehr Schnelligkeit hinzubringen, und mehr Aufmerksamkeit. Nicht nur auf das eigene Spiel, sondern auch das des Nebenmannes. "Es muss noch mehr ausgeholfen werden," sagt der Trainer. "Jeder muss wissen, was passiert, wenn der Nebenspieler seine Chance eins gegen eins vertan hat. Jeder muss sich darüber klar sein, dass er dann helfen muss." Grundkonzept ist die 3:2:1-Deckung, "wenn Du die beherrschst, kannst Du bei Bedarf auch immer eine 6:0-Abwehr spielen". Dazu hat "Reynir" viel Wert auf das schnelle Lösen aus der Abwehr nach vorn gelegt.
Doch die roten und blauen Hütchen mussten auch für das Angriffsspiel herhalten. "Wir haben versucht, die Routine zu automatisieren, Konzepte und Strukturen einzubringen", so Eyjolfsson. Feste Spielzüge, feste Abläufe, gebundenes Spiel mit Auslösehandlungen. Mit Alexander Koke als verlängertem Trainerarm.
Sicher alles Dinge, die man schon vor der Saison einstudieren sollte? Diplomatisches Schweigen bei Eyjolfsson und Blick nach vorne. Jetzt müsse man das im Training Erarbeitete auch im Spiel umsetzen.
Bei der 28:32-Niederlage der SVH im Testspiel gegen den Zweitligisten Eisenach war allerdings davon nicht viel zu sehen. Die klare Linie fehlte im Angriff ebenso wie die Schnelligkeit. In der Abwehr schaffte man es einfach zu selten, die Aktionen des besten Eisenachers, Girts Lilienfelds, zu unterbrechen.
Eyolfsson enttäuscht
Dementsprechend enttäuscht war Eyjolfsson auch nach der Partie. "Auch wenn es natürlich in einem solchen Spiel um das Prestige geht, das Ergebnis war mir egal. Meine Mannschaft sollte zeigen, was wir dazu gelernt haben. Das hat sie aber nicht. Wir haben noch einen langen Weg und viel Arbeit vor uns"
Am Samstag steht nun das letzte Spiel der Hinrunde an, wenn die SVH Kassel am Samstag um 19.30 Uhr in der Realschulsporthalle am Hallenbad in Gelnhausen beim Tabellensiebten TV antritt. Für Adalsteinn Eyjolfsson ist klar: "Wir wollen dort zwei Punkte holen." Doch für den Isländer steht auch fest, das zwischen Wollen und Können manchmal eine Lücke klafft. "Wir dürfen Gelnhausen nicht unterschätzen, und wir müssen dort endlich zeigen, dass wir uns weiter entwickelt haben."
Quelle: http://www.hna.de/kssportstart/00_20090 ... r_Weg.html
